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Privatkunden

Stromtarife werden deutlich gesenkt

Die alternative Stromproduktion wird gefördert und der Einheitstarif wird beibehalten.

Die Stromtarife für die Kundinnen und Kunden der Technischen Betriebe Grabs (TBG) werden auf das Jahr 2022 um über 7.5 Prozent gesenkt. Zudem haben die Betriebskommission TBG und der Gemeinderat den Vergütungspreis von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) von 6 auf 7 Rappen/kWh und die Herkunftsnachweise für Grabser Produktionsanlagen von 4 auf 5 Rappen/kWh auf 2022 erhöht. Mit der Anhebung des Energiepreises für PV-Anlagen auf insgesamt 12 Rappen/kWh bezahlen die TBG den besten Preis für Solarstrom in der Region und setzen ein Zeichen für die alternative Stromproduktion.

Aktuell beträgt der Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Strom beim Tarif «Premium» in der Gemeinde Grabs 21.3 Rappen. Per 1. Januar 2022 wird der Preis um 1.6 Rappen/kWh (-7.5%) auf 19.7 Rappen/kWh gesenkt. Die Preise bei den Tarifen «Premium Boiler» sinken von 20.8 auf 18.7 Rappen/kWh, das ist eine Reduktion von 2.1
Rappen/kWh (-10.1%). Auch der Tarif «Premium Wärmepumpe» wird um 1.85 Rappen (-8.8%) von 21.05 auf 19.2 Rappen/kWh gesenkt.

Strompreiszusammensetzung
Alljährlich findet im August die Festlegung der Energiepreise für das kommende Jahr statt, welche jeweils durch die ElCom, den Preisüberwacher im Elektrizitätsbereich, geprüft wird. Die Betriebskommission TBG wie auch der Gemeinderat haben sich intensiv mit der Strompreisbildung auseinandergesetzt. Die vorausschauende Festlegung des Strompreises ist ein komplexes Thema, setzt sich doch der Strompreis aus den Kosten für die Energie, der Netznutzung, dem Energiefonds und der Abgabe an den Bund zusammen. Bei der Preisbildung für das kommende Jahr wurden auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu den Stromtarifen 2021 intensiv thematisiert. Während die Abgaben an den Energiefonds und den Bund unverändert bleiben, steigt die Netznutzung des Vorlieferanten SAK auf das Jahr 2022 um durchschnittlich 10.8%, respektive 0.237 Rappen/kWh. Der Aufschlag wird mit dem Erneuerungsbedarf im Hochspannungsnetz
begründet. Der Einkauf der Energiepreise wird 2022 gegenüber 2021 ebenfalls steigen. Im Gegenzug sinken die Preise für die Herkunftsnachweise leicht.

Unterdeckungen der Vorjahre werden aufgelöst
In den Jahren vor 2020 wurden die Energiekosten stets zu niedrig angesetzt, dadurch sind sogenannte Unterdeckungen entstanden. Unterdeckungen können in die zukünftigen Energiepreise eingerechnet werden, was zu einer Verteuerung des Energietarifes führt. Dies ist in den vergangenen Jahren so geschehen. Seit der Einführung des neuen Rechnungsmodells St.Galler Gemeinden (RMSG) und der damit verbundenen Kostenrechnung im Jahre 2019 ist die Berechnung exakter geworden. Per 1. Januar 2021 wurde zudem der Einheitstarif eingeführt und dabei auch wieder ein Teil der früheren Unterdeckungen eingerechnet. Die Entscheidungsträger haben aufgrund der neuen Kostenrechnung und des Einheitstarifs beschlossen, die aufgelaufenen Unterdeckungen Energie per 1. Januar 2021 endgültig zu streichen. Mit dieser Massnahme
wird der Energiepreis merklich günstiger. Auch bei der Netznutzung waren Unterdeckungen vorhanden, welche den Netznutzungspreis bei der Weiterverrechnung erhöht haben. Aufgrund der vorgenannten Überlegungen haben die Betriebskommission TBG und der Gemeinderat ebenfalls entschieden, die Unterdeckungen
Netznutzung per 1. Januar 2021 endgültig zu streichen. Die Gemeinde Grabs hat aufgrund des
sehr grossen Gebiets eine weitläufige Infrastruktur zu unterhalten, sodass die Entscheidungsträger noch eine weitere Massnahme beschlossen haben. Im Netznutzungstarif 2022 wird neu der Überschuss aus der eigenen Energieproduktion in Abzug gebracht. Für den Tarif 2022 sind dafür 400‘000 Franken vorgesehen, sodass die Grabser Bevölkerung vom Ertrag der eigenen Energieproduktion direkt profitiert. 

Förderung der alternativen Stromproduktion
Die Anhebung der PV-Anlagenunterstützung von 10 auf insgesamt 12 Rappen/kWh war den Entscheidungsträgern ebenfalls sehr wichtig. Als Energiestadt Gold setzt die Gemeinde Grabs damit ein wichtiges Zeichen – es ist ein klares Bekenntnis für die Unterstützung von erneuerbarer Energie. Mit dieser Massnahme erhofft sich die Gemeinde Grabs, dass künftig noch mehr private Photovoltaikanlagen realisiert werden. Bis Ende August 2021 konnte erfreulicherweise ein grosser Zuwachs an Baugesuchen von PVAnlagen festgestellt werden. Aktuell läuft in der Region Sarganserland-Werdenberg eine Aktion mit einem attraktiven Fixpreis für den Bau einer PV-Anlage. Die Gemeinde selbst wird beim Erweiterungsbau des Oberstufenschulhauses Kirchbünt eine zusätzliche Photovoltaikanlage realisieren, welche 2022 in Betrieb genommen wird.

An dieser Stelle ist nochmals festzuhalten, dass die Technischen Betriebe Grabs seit 2021 keinen Atomstrom mehr für Grabs beziehen. Es werden nur noch erneuerbare Zertifikate aus Schweizer Produktionsanlagen beschafft. Zudem bieten die Technischen Betriebe Grabs mit dem Tarif «Grabser Sonne» seit 2021 für die
Grabser Bevölkerung ein Produkt an, welches zu 100% aus Solarstrom von Grabser Produktionsstätten besteht.  

Beibehaltung Einheitstarif
Die Betriebskommission TBG und der Gemeinderat haben zudem entschieden, dass der Einheitstarif auch in Zukunft gelten wird. Zwar wurde seitens verschiedener Stromkonsumenten die Einführung dieses Tarifmodells kritisiert, die Tarifstruktur mit einem Niedertarif in der Nacht entspricht aber nicht mehr dem heutigen Angebot der Stromproduktion auf dem Markt. Umliegende Stromanbieter wechseln nun ebenfalls zum Einheitstarif oder haben diesen in den letzten Jahren eingeführt.